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GRUNDGEDANKEN ZUM PROJEKT
 

Franz Rehsmann und Jože Partl kamen als Zeitzeugen 




 

Die Schülerinnen und Schüler begaben sich auf die Suche nach alten Fotos und erhielten dadurch Anstöße für Gespräche mit ihren Eltern und Großeltern, deren Erzählungen und Erinnerungen an den Alltag zwischen Kriegsende und Staatsvertrag protokolliert wurden. Der Fragebogen diente in erster Linie als Orientierungshilfe, nicht jedoch als Korsett. Ein wichtiger Tipp war, zwei, drei Fragenkomplexe eingehender zu beleuchten. Es fällt aus, dass viele ZeitzeugInnen ausführlich über die Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges erzählten. Für viele bedeutete die NS-Zeit nicht nur Krieg, sondern auch Verfolgung, deshalb erlebten sie das Jahr 1945 eindeutig als Befreiung. Hingegen ist das Jahr 1955, als der Staatsvertrag unterzeichnet wurde und die Engländer aus Kärnten abzogen, nicht als "Wendejahr" in Erinnerung. Wie ein roter Faden zieht sich durch fast alle Erinnerungen an die Nachkriegszeit das Lebensgefühl einer sehr stark von der Kirche und der bäuerlichen Lebenswelt geprägten Generation, die sich auch in ihren Hoffnungen auf Akzeptanz ihrer sprachlich-kulturellen Identität als Kärntner Slowenen noch weit über den Staatsvertrag hinaus enttäuscht sah.
Am 13. April kamen 6 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in die Schule. In der 4.B Klasse erzählten Jože Partl und Franci Rehsman ihre Erinnerungen an die Zeit der Vertreibung 1942-1945, die Befreiung 1945 und die Rückkehr nach Kärnten. Ihre Berichte wurden für eine TV-Dokumentation des ORF Kärnten, slowenische Abteilung, aufgezeichnet. Franci Krušic, Marija Inzko, Hanzi Weiss und Dr. Anton Feinig wurden von ihren Enkeln befragt. Im Mittelpunkt ihrer Erinnerungen stand das Kriegsende und die Zeit zwischen Kriegsende und etwa 1960. Auch diese Gespräche wurden für die TV-Dokumentation und die Internet-Präsentation aufgezeichnet.
Die beteiligten LehrerInnen (Prof. Stefan Pinter, Mag. Aleksander Lukan, Mag. Nikoline Poljski) standen den SchülerInnen vor allem als MentorInnen in allen inhaltlichen und organisatorischen Fragen zur Seite (Hilfe bei der Erstellung des Fragebogens, Zeitplan, Hilfestellung bei der Durchführung der Befragungen; Koordination der verschiedenen Aktivitäten).

- Geschichte und Bedeutung des Staatsvertrags (Genese, Inhalt, Unterzeichnung, Umsetzung und Folgen)- Artikel 7 und die Kärntner Slowenen
- Bewusstmachung von Kontinuität und Veränderung durch Gespräche mit älteren Menschen (Schule, Arbeitswelt, Freizeit, Familie … damals und heute)
- Bewusste Auseinandersetzung mit den Medien Radio und TV sowie dem neuen Medium Internet; Förderung der Medienkompetenz – was wird berichtet, für wen, aus welchem Blickwinkel...



 
Im Bewusstsein der Bedeutung des Staatsvertrages für unsere Schule wird die diesjährige Schülerakademie am 2. Juni 2005 ganz im Zeichen des Staatsvertragsjubiläums stehen: 
In Zusammenarbeit mit Dr. Maja Haderlap, Dramaturgin am Stadttheater Klagenfurt, wurden besonders beeindruckende Passagen aus ZeitzeugInnenberichten szenisch umgesetzt. Diese szenische Collage wird im Mittelpunkt der Schülerakademie stehen. Koordinator: Mag. Aleksander Lukan, Regie: Aleksander Tolmaier.  
SCHÜLERAKADEMIE: 2. Juni 2005, Aula des Bundesgymnasiums für Slowenen  



FRAGEBOGEN